Wohnheim - Konzeption

Der Lüneburger Straffälligen- und Bewährungshilfe e.V.

Der Lüneburger Straffälligen- und Bewährungshilfe e.V. (LSB e.V.) ist eine Einrichtung der freien Wohlfahrtspflege und ist Mitglied im Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverbandes (DPWV).
Die Hilfe des Vereins soll Haftentlassenen, Untersuchungsgefangenen, Strafgefangenen sowie von Inhaftierung bedrohten Personen, die Eingliederung in die Gesellschaft erleichtern.

Der Verein ist Träger des sozialtherapeutischen Wohnheimes sowie einer Anlauf- und Beratungsstelle.
Beide Einrichtungen sind im Hause des Vereins in Lüneburg, Auf dem Meere 3, untergebracht.

Bei dem Gebäude handelt es sich um ein historisches Fachwerkhaus, das im Jahre 2000 vom Verein erworben und zu Wohnheimzwecken umgebaut wurde.
Das sozialtherapeutische Wohnheim für haftentlassene Personen besteht in seiner Form bereits seit 1978.
Es befindet sich in zentraler Lage in der Altstadt von Lüneburg. Die meisten öffentlichen Einrichtungen liegen im nahen Umfeld und sind leicht zu Fuß zu erreichen.

Im Bereich des Wohnheimes stehen den Bewohnern Einzelzimmer in 2- bzw. 3 Zimmerwohnungen zur Verfügung. Insgesamt bietet das Wohnheim Platz für acht Personen. Neben den Einzelzimmern gibt es in jeder Wohnung eine Küche und ein Badezimmer. Darüber hinaus gibt es eine Gemeinschaftswaschküche sowie ein Aufnahmezimmer.

Das Gesamtgebäude ist in ein Vorder-, Mittel- und Hinterhaus unterteilt. Während sich im hinteren Teil des Gebäudes ausschließlich die Wohnungen der Hausbewohner befinden, sind im vorderen Teil des Komplexes die Geschäftsstelle, die Büroräume des Wohnheimes und der Anlauf- und Beratungsstelle untergebracht.
Ein großer Besprechungsraum und eine Gemeinschaftsküche ergänzen das räumliche Angebot. Ein Innenhof, der die Gebäude miteinander verbindet, lädt zum gemütlichen Sitzen ein.



Das Gesamt-Team

Das Gesamt-Team besteht z.Z. aus:
1 Diplom- Sozialpädagogen/ Sozialarbeiter (Wohnheim)
1 Diplom- Sozialpädagogin/ Sozialarbeiterin (Wohnheim)
2 Diplom- Sozialpädagogen/ Sozialarbeitern (Anlaufstelle)
1 Verwaltungsangestellten (Wohnheim und Anlaufstelle)
1 Hausmeister (Wohnheim)


Teambesprechung, Teamtag, Supervision, Qualitätssicherung

Ein Mal in der Woche treffen sich alle oben genannten MitarbeiterInnen zu einer halbtägigen Teambesprechung. In diesem Rahmen werden die allgemeinen Belange der unterschiedlichen Arbeitsbereiche erörtert und thematisiert.
Ein weiterer Schwerpunkt ist der Austausch über den Entwicklungsstand/ -prozess der einzelnen Hausbewohner (Fallbesprechung).

In regelmäßigen Abständen findet ein ganztägiger Teamtag außerhalb der Einrichtung statt. Auf dieser Arbeitsbesprechung werden alle Belange und Problemsituationen, die einer ausführlichen Diskussion bedürfen, besprochen.

Darüber hinaus nehmen alle Teammitglieder monatlich an einer Supervision teil. Es finden jährliche Klausurtagungen mit Supervisions-begleitung außer Haus statt.

Die MitarbeiterInnen nehmen regelmäßig an internen und externen Fortbildungsangeboten und Fachtagungen teil. Die kontinuierliche Entwicklung und Weiterentwicklung von Verfahrensstandards für das Hilfeangebot sind dadurch gewährleistet.
Es findet ein fachlicher Austausch mit anderen Einrichtungen der Straffälligenhilfe und mit kooperierenden Einrichtungen statt.
Das Ziel der genannten Besprechungen und Foren besteht in der Weiterentwicklung der Arbeit unter Berücksichtigung der Qualitätssicherung und -entwicklung.



DAS SOZIALTHERAPEUTISCHE WOHNHEIM

Rechtsgrundlagen


Die von uns angebotene Hilfe basiert auf der Rechtsgrundlage der §§ 67-69 SBG XII (Hilfe zur Überwindung besonderer sozialer Schwierigkeiten). Der Kostenträger des Wohnheimes ist in der Regel das Niedersächsische Landessozialamt (überörtlicher Sozialhilfeträger).
Die Kosten werden über die mit dem Landessozialamt ausgehandel-ten Vergütungen (pro Tag/ Klient) gedeckt.
Für jeden Klienten wird ein Antrag auf Kostenübernahme bei der zuständigen herangezogenen Gebietskörperschaft (Sozialamt) gestellt. Nach Anerkennung der Kostenübernahme wird mit dem Kosten-träger für jeden Klienten monatlich abgerechnet.

Alle Klienten, die Hilfe zum Lebensunterhalt oder Arbeitslosengeld II beziehen, müssen dies in voller Höhe als Kostenbeitrag einsetzen.
Arbeitslosengeld I, Arbeitseinkommen und Überbrückungsgeld sind bis zur gesetzlichen Höchstgrenze einzusetzen, wobei vom Arbeitseinkommen ein Freibetrag belassen wird.
Im Gegenzug erhält jeder Klient Beköstigungsgeld, den gesetzlichen Barbetrag und die Bekleidungspauschale ausgezahlt.

Vor Aufnahme in eine stationäre Einrichtung ist die Erstellung eines Gesamtplanes gefordert. Wesentliche Voraussetzung für diese Erstellung ist die Beteiligung des Hilfeberechtigten. Die darin enthal-tenen Maßnahmen richten sich nach den individuellen Kompetenzen, beziehungsweise der jeweiligen Bedarfssituation des Hilfeberechtig-ten. Der Gesamtplan beinhaltet vor allem die Beschreibung der ver-einbarten Hilfeziele, die Beschreibung der Maßnahmen sowie die Benennung der beteiligten Stellen, die am Hilfeziel mit arbeiten.
Der mit dem zuständigen Sozialhilfeträger abgestimmte Gesamtplan, wird in regelmäßigen Abständen fortgeschrieben und ggf. durch neue Maßnahmen und Ziele ergänzt.

Die Erstellung des Gesamtplanes wird durch unsere Einrichtung geleistet.



Aufnahmeverfahren

Kontaktaufnahme

Der Kontakt eines neuen Bewerbers sollte so früh wie möglich erfolgen. Möglichkeiten des Erstkontaktes sind:

Der Bewerber wendet sich direkt an die MitarbeiterInnen des Wohnheimes,
er wird über die Anlauf- und Beratungsstelle des LSB e.V. oder
durch andere Institutionen an das Wohnheim vermittelt.

Aufnahmekriterien

Eine Aufnahme erfolgt ausschließlich auf freiwilliger Basis. Eine Einwiesung per Gerichtsbeschluss ist nicht möglich.
Halbstrafen oder 2/3 Strafbefürwortungen durch das Gericht, mit der Auflage des Wohnens in unserer Einrichtung, werden ebenfalls abgelehnt, da sie unseren Aufnahmekriterien entgegenstehen.

Wichtige Voraussetzungen für eine Aufnahme in das sozialtherapeutische Wohnheim, sind die Eigenmotivation und die Bereitschaft, die Angebote des Wohnheimes wahr- und anzunehmen.
Die Annahme des Betreuungsvertrages (s. Anhang) und die damit verbundene Akzeptanz der Regeln eines gemeinschaftlichen Zusammenlebens, sind ein wichtiges Kriterium für die Aufnahme.

Spätestens bei Einzug in das Wohnheim muss das letzte Urteil oder der Erziehungs- und Behandlungsplan vorgelegt werden.

Ein weiteres Kriterium ist die Beantwortung eines Lebenslauf-Leitfadens und eines Bewerbungsbogens (s. Anhang). Liegt beides vor, wird ein Vorstellungsgespräch geführt.


Lebenslauf - Leitfaden & Bewerbungsbogen

In dem Lebenslauf kommt es weniger auf Zahlen und Daten an, sondern auf die Vergegenwärtigung subjektiv bedeutsamer Lebensereignisse von früher Kindheit an.
In der Regel ist die ausführliche und persönliche Darstellung der eigenen Vergangenheit für den Bewerber eine belastende Aufgabe. Oberflächliche, zu kurze, lückenhafte oder offensichtlich beschönigende Versionen in den Lebensläufen werden in den Einzelgesprächen hinterfragt und sollen den Bewerber motivieren, sich mit der Frage auseinander zu setzen, wie sein bisheriges Leben verlaufen ist.
Hieraus ergeben sich oft Hinweise auf die Quelle und Stärke der Eigenmotivation, wie auch häufig über das Ausmaß von Verleugnungs- und/oder Bagatellisierungstendenzen sowie über körperliche und psychische Belastbarkeit.
Bei der Bearbeitung des Bewerbungsbogens muss sich der Bewerber mit der Frage auseinandersetzen, welche konkrete Hilfe er erwartete, wie lange er die angebotene Hilfe in Anspruch nehmen möchte und wie seine Pläne für die Zukunft aussehen. In diesem Abschnitt ist die Überprüfung seiner Eigenmotivation von besonderer Bedeutung.


Das Vorstellungsgespräch

Die MitarbeiterInnen des Wohnheimes vereinbaren dann ein Vorstellungstermin mit dem jeweiligen Bewerber, welches nach Möglichkeit im Wohnheim stattfinden sollte.
Wenn dem Inhaftierten keine Vollzugslockerung zusteht, führen die MitarbeiterInnen diese Gespräche in den Justizvollzugsanstalten durch.

Ein wesentlicher Bestandteil des Vorstellungsgespräches ist es, ein möglichst umfassendes Persönlichkeitsbild und eine Beschreibung der gegenwärtigen Problemlagen zu erhalten.
Gemeinsam mit dem Bewerber wird überprüft, inwieweit unser Hilfeangebot mit seinem Hilfebedarf übereinstimmt.

Das Vorstellungsgespräch wird anhand eines Vorstellungsbogens, der detaillierte Fragestellungen der Lebensbiographie beinhaltet, durchgeführt.
Das Aufnahmeverfahren setzt in der Mehrzahl der Bewerber einen konstruktiven Versuch frei, eine Vergangenheitsbewältigung zu beginnen und signalisiert die Bereitschaft ein Vertrauensverhältnis eingehen zu wollen.
Das Vorstellungsgespräch ist die Grundlage der weiteren Arbeit.

Sowohl der Lebenslauf mit dem Bewerbungsbogen, als auch der erstellte Vorstellungsbogen, sind interne Arbeitspapiere. Sie werden in der Einrichtung vertraulich behandelt.

Die Entscheidung über die Bewerbung wird schriftlich mitgeteilt. Eine Zusage wird stets unter Vorbehalt eines freien Platzes gegeben. Eine feste Platzzusage kann erst erfolgen, wenn in absehbarer Zeit ein Platz frei wird.


Ausschlusskriterien

Von der Aufnahme generell ausgeschlossen sind:
Aktiv alkoholkranke Personen
Aktiv drogenkranke Personen
Akut psychisch kranke Personen
Schwerbehinderte Personen, die einer speziellen Wohnmöglichkeit bedürfen.

Für die oben genannten Personenkreise können wir im Haus keine angemessenen Hilfen anbieten.



Hilfeangebote


Einzelfallhilfe

Die Einzelfallhilfe umfasst unter anderem alle formalen und organisatorischen Angelegenheiten, wie die Erstellung des Gesamtplanes inklusive der Hilfeplanung und deren Fortschreibung; hierzu gehört auch ein Abschlussbericht und die umfassende Dokumentation des Hilfeverlaufes. Darüber hinaus beinhaltet die Einzelfallhilfe insbesondere Einzelgespräche, Begleitung, Suchtbearbeitung, Hilfe zur Arbeit, Schuldenregulierung und Geldverwaltung.

- Einzelgespräche
Jeder Klient hat eineN pädagogischeN MitarbeiterIn als AnsprechpartnerIn und Bezugsperson, mit der/dem er regelmäßig wöchentliche Einzelgespräche führt.
Wiederkehrende Gesprächsinhalte im Einzelgespräch sind die Auseinandersetzung mit den individuellen Problematiken und Kompetenzen. Hierbei fließen Aspekte des bisherigen Lebens, der laufenden Hilfe sowie der Gruppenarbeit mit ein.

- Begleitung
Bei Bedarf werden die Klienten zu Behördenangelegenheiten, Arztbesuchen, Vorstellungsgesprächen usw. begleitet.

- Suchtbearbeitung
Ein Großteil der Klienten hat eine Alkohol- oder/und Drogenproblematik. Die Hilfe umfasst diesbzgl. folgende Maßnahmen:
Vermittlung zur örtlichen Drogenberatung und zu Selbsthilfegruppen.
Unterstützung bei der Beantragung von Therapien.
Bei vermuteten Drogenrückfällen werden Urinkontrollen in der Einrichtung durchgeführt.
Sollte es zu einem Rückfall gekommen sein, ist für den Verbleib in der Einrichtung ein konstruktives Vorgehen notwendig. Das heißt, dass zum Beispiel eine Entgiftungs- oder/und Substitutionsbehandlung begonnen wird.


- Hilfe zur Arbeit
Die Klienten werden in der Regel ohne Arbeit aus der Haft entlassen. Außerdem entsprechen die meisten Klienten nicht den Anforderungen des ersten Arbeitsmarktes.
Als ersten Schritt bietet das Wohnheim im Rahmen des Arbeitsprojektes (siehe Seite 14) Beschäftigung an.
Darüber hinaus besteht unter anderem bei einem örtlichen gemeinnützigen Träger die Möglichkeit an einer Arbeitsmaßnahme in verschiedenen Arbeitsbereichen (zum Beispiel Möbellager, Umzüge, Hauswirtschaft, Garten -und Landschaftsbau und Baubereich) teilzunehmen. Das Ziel dieser Arbeitsmaßnahme ist die Qualifizierung für den ersten Arbeitsmarkt. Hierbei geht es unter anderem um Orientierung und die Heranführung an die Arbeit, Erprobung von Fähigkeiten und Fertigkeiten sowie den Erwerb von Schlüsselqualifikationen.

- Schuldenregulierung
Während des Aufenthaltes in der Einrichtung wird den Klienten die Möglichkeit geboten, ihre Schulden zu regulieren. Das bedeutet in erster Linie, das Zusammentragen der einzelnen Forderungen und die Auflistung der Gläubiger. Bis zu einer übersichtlichen Summe werden Regulierungen von den MitarbeiternInnen des Wohnheimes vorgenommen. Für umfangreichere Regulierungen wird mit örtlichen Schuldnerberatungsstellen zusammengearbeitet.
Im Wohnheim begonnene Schuldenregulierungen können nach Beendigung der stationären Hilfe ggf. von der Anlauf- und Beratungsstelle oder im Rahmen des Angebotes der Ambulanten Hilfe des Vereins fortgeführt werden.

- Geldverwaltung
Den Klienten wird auch über die stationäre Hilfe hinaus, eine Geldverwaltung über das vereinseigene Konto angeboten. Ziel der Geldverwaltung ist unter anderem, den Umgang mit dem zur Verfügung stehendem Geld zu erlernen, sowie die Absicherung von regelmäßigen Zahlungen zu leisten.
Darüber hinaus ist nicht jedem Klienten die Eröffnung eines eigenen Kontos bei einem Kreditinstitut möglich.


Gruppenarbeit

Ein wesentlicher Bestandteil der Gruppenarbeit ist (im Gegensatz zur Einzelgesprächssituation), dass nicht nur die/der BetreuerIn als einzigeR und direkteR VermittlerIn für Veränderungen auftritt, sondern auch Anstöße von den Gruppenmitgliedern vermittelt werden. Hierbei kann kognitiv Erkanntes in eine soziale Situation übertragen werden. Dabei wird auch die Verantwortung gegenüber der Gemeinschaft geweckt.
Die sich im Laufe der Zeit entwickelnde Gruppenkultur ermöglicht einen Erfahrungsaustausch untereinander, sowie die Auseinandersetzung mit der eigenen Problematik und der der Anderen. Durch die Gruppenarbeit wird die Akzeptanz eigener Schwächen und Stärken und die der Anderen stabilisiert. Die Gruppe dient als Korrektiv, sie kann ein Freiraum sein, der Lernmöglichkeiten und Wachstumschancen bietet, der Sozialisationsdefizite und negative Verhaltensweisen aber auch Kompetenzen aufzeigt und in Beziehung setzt.


Tagesstruktur

Erfahrungsgemäß fällt es den neuen Klienten besonders schwer, einem geregelten Tagesablauf nachzugehen. Durch ihre Sozialisationsdefizite und ihre Haftzeiten haben sie es entweder nicht gelernt oder verlernt, ihr Leben zu strukturieren und zu planen. Die Tagesstruktur im Wohnheim soll den Klienten bei der Planung und Strukturierung ihres Lebensalltages helfen und sie dabei unterstützen, die gestellten Aufgaben zu bewältigen.

Die Tagesstruktur muss für den Betreffenden in seiner Bedeutung nachvollziehbar und für seine Lebenssituation relevant sein.
Klienten die keiner Arbeit, Umschulung oder ähnlichem nachgehen, verpflichten sich im Rahmen der Tagesstrukturierung, am Arbeitsprojekt im Haus teilzunehmen.

Die Tagesstruktur soll vor allem den neuen Klienten einen geregelten Tagesablauf ermöglichen. Jeden Morgen treffen sich die betreffenden Klienten zur Morgenbesprechung im Wohnheimbüro. Dort werden die Tagesaktivitäten aufeinander abgestimmt. Hierzu zählen Termine (Einzelgespräch, Arztbesuche, Behördentermine usw.) der einzelnen


Klienten, Gruppenaktivitäten und der Einsatz im Arbeitsprojekt, das durch eineN MitarbeiterIn begleitet wird.


Gruppenbesprechung

Ein Mal in der Woche findet eine Gruppenbesprechung statt. Die Teilnahme ist verpflichtend. Themen dieser Besprechung sind sämtliche aktuellen Belange, die das gemeinschaftliche Leben und das Haus betreffen.
Konflikte zwischen einzelnen Klienten werden besprochen und nach Lösungsmöglichkeiten gesucht. Besondere Vorkommnisse werden thematisiert und bearbeitet.

Darüber hinaus dient die Gruppenbesprechung als Raum für die Planung und Organisation der täglich stattfindenden Arbeitsprojekte, der themenbezogenen Veranstaltungen und der Freizeitaktivitäten.


Themenbezogene Veranstaltungen

Regelmäßig finden themenbezogene Veranstaltung statt. Die Teilnahme ist ebenfalls verpflichtend. Diese Veranstaltung wird im Hinblick auf die Wünsche und Vorschläge der Klienten, meist von den WohnheimmitarbeiterInnen vorbereitet und durchgeführt. Hierzu können aber auch ReferentenInnen eingeladen werden. Auch werden Projekte zu bestimmten Fragestellungen (z.B. Ernährung, Einkaufsverhalten, Mülltrennung) in diesem Rahmen durchgeführt.


Freizeitmaßnahmen

Die meisten Klienten haben Schwierigkeiten ihre freie Zeit sinnvoll zu gestalten. Zur Anregung werden daher im Rahmen der Hilfe verschiedene Freizeitmaßnahmen angeboten.

Wöchentlich findet eine Freizeitveranstaltung statt. Im Rahmen dieser Freizeit werden die mit den Hausbewohnern besprochenen Aktionen/Aktivitäten durchgeführt. Sie umfassen verschiedenste Angebote von Kultur, Sport und Sozialem.


Die Freizeitveranstaltungen dienen auch der Förderung des Miteinander der Klienten. Sie bieten die Möglichkeit etwas neues zu erleben, zu erfahren, auszuprobieren und neu gemachte Erfahrungen auszutauschen.

Weitere Freizeitangebote erstrecken sich zum Teil über mehrere Tage. So können beispielsweise mehrtägige Kanufahrten, Radtouren oder Wandertouren angeboten werden. Nach Möglichkeit wird ein Mal im Jahr eine einwöchige Gruppenfahrt ins nahegelegene Ausland organisiert und durchgeführt.

Die Teilnahme an den Freizeitmaßnahmen ist verbindlich.


Arbeitsprojekt

Ein Teil der Tagesstrukturierung ist das Arbeitsprojekt. Hier werden unter anderem Möbel- und Hausratsspenden abgeholt und im vereinseigenen Lager eingelagert. Aus diesem Fundus können die Klienten kostenlos ihre Zimmer möblieren und sich mit Hausrat ausstatten. Darüber hinaus werden vom Arbeitsprojekt Renovierungsarbeiten und Schönheitsreparaturen im Haus sowie Garten- und Hofpflege durchgeführt.
Die zu leistenden Arbeitsstunden sind auf wöchentlich ca.10 Stunden pro Klient begrenzt.

Neben der Tagesstrukturierung bietet das Arbeitsprojekt die Möglichkeit der sinnvollen Beschäftigung und Arbeitserprobung. Dabei werden körperliche Belastungsgrenzen als auch soziale Integrationsfähigkeit in Arbeitssituationen deutlich. Hier sichtbar werdende Kompetenzen und Defizite fließen in die weitere Hilfegestaltung mit ein.

Da das Arbeitsprojekt eine zentrale therapeutische Bedeutung einnimmt, erfolgt keine finanzielle Entlohnung.


Rufbereitschaft

Zum Rahmen des Hilfeangebotes in dem Wohnheim gehört eine Rufbereitschaft für die Zeit, in der keinE MitarbeiterIn in der Einrichtung zu erreichen ist. Die Rufbereitschaft deckt auch die Nachtzeiten und Wochenendzeiten mit ab. Den Klienten stehen in jeder Wohneinheit Telefone zur Verfügung, über die sie die Rufbereitschaft erreichen können.
Die Rufbereitschaft kann und soll genutzt werden, wenn Hausbewohner mit schwierigen Problemlagen konfrontiert sind, die sie nicht selbständig lösen können.


Kooperation mit Fachdiensten

Neben den Hilfeangeboten des Wohnheimes sind in der Regel andere Fachdienste hinzuzuziehen.
Die sich hierdurch ergebene regelmäßige Kooperation umfasst Einrichtungen der Sucht- und Drogenhilfe, Krankenhäuser, Ämter, Träger von Arbeitsmaßnahmen, Straffälligenhilfe, Schuldnerhilfe, Gerichte und Anwälte.
Diese Fachdienste werden ggf. in die Hilfeplanung mit einbezogen. Über die Einzelfallhilfe hinaus findet mit verschiedensten Fachdiensten ein regelmäßiger Austausch, mit dem Ziel der ständigen Qualitätsentwicklung, statt.




Beendigung der Hilfe

Es gibt die verschiedensten Möglichkeiten das Betreuungsverhältnis zu beenden:

Regulär Auszug:
Beendigung durch den Bezug einer eigene Wohnung.

Therapiebeginn:
Der Klient beginnt eine stationäre Therapie.

Überleitung in längerfristige Einrichtungen:
Der Klient braucht weitergehende Hilfe, die in unserer Einrichtung nicht geleistet werden kann.

Ende der Kostenübernahme:
Der zuständige Kostenträger übernimmt nicht mehr die Kosten für die Unterbringung im Wohnheim.

Kündigung durch Hausbewohner:
Ein Klient kündigt von sich aus das Betreuungsverhältnis.

Erneute Inhaftierung:

Der Klient ist durch Bewährungswiderruf oder Verurteilung inhaftiert worden.

Kündigung durch den LSB e.V.:
Dem Klienten wird gekündigt, da er massiv und wiederholt gegen die Hausordnung verstößt und/oder Regeln und Pflichten missachtet.



Bei Beendigung der stationären Hilfe findet bei Bedarf eine Vermittlung zur Anlauf- und Beratungsstelle des Verein statt.


 

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